Kinder aus Kirchheim

Bericht aus den Fränkischen Nachrichten vom Mo., 01.08.2011 von Diana Seuffert.

Dorothea-von-Rieneck-Schule: Kinder aus Kirchheim und Geroldshausen können offiziell auf Grünsfelder Hauptschule wechseln.

Ländliches Flair von Eltern bevorzugt
GRÜNSFELD. "Die Schule in Grünsfeld ist toll. Alle sind total nett." Lucia Paolozzi strahlt. Die Zwölfjährige aus dem bayrischen Geroldshausen besucht seit diesem Schuljahr die Dorothea-von-Rieneck-Schule in Grünsfeld. Und im September werden weitere Kinder aus Kirchheim und Geroldshausen ihrem Beispiel folgen und in Baden-Württemberg unterrichtet, nachdem deren Hauptschule in Kleinrinderfeld in wenigen Tagen zum Schuljahresende geschlossen wird. Nun können die Kinder nicht mehr nur aufgrund des Elternwillens, sondern sozusagen auch offiziell auf die Schule der Nachbarstadt wechseln. 

Nette Lehrer, die bei Fragen helfen, offene Schüler und viele neue Freunde: Lucia Paolozzi geht gerne nach Baden-Württemberg in die Schule. Dass so manche ihrer früheren Klassenkameraden Würzburg bevorzugen, stört sie nicht. "Ich habe schnell neue Freunde gefunden", ist die Fünftklässlerin sicher, eine gute Wahl getroffen zu haben. Für Lucias Mutter Susanne stand die Entscheidung schnell fest, auch wenn sie dafür kämpfen musste:
Da die Hauptschule in der bayerischen Nachbargemeinde Kleinrinderfeld keinen Bestand hatte, wollte sie ihrer Tochter einen mehrmaligen Schulwechsel ersparen und meldete sie im badischen Grünsfeld an. Über eine Freundin aus Grünsfeld-Hausen hatte sie von der kleinen Schule mit einer fast schon familiären Atmosphäre erfahren: "Das Konzept, die Lehrer und das Gebäude fand ich toll", erzählt sie begeistert.

Natürlich habe sie sich zusammen mit ihrer Tochter auch die Hauptschule in Würzburg, in die die Kinder des bisherigen Schulverbandes Kleinrinderfeld künftig gehen werden, angeschaut. Aber sie zog das beschauliche Grünsfeld einer Großstadt vor. Und hat die Entscheidung nicht bereut. Ärgerlich findet sie nur, dass man ihr viele Steine in den Weg gelegt habe, um für ihre Tochter die bestmögliche Wahl zu treffen. 
Jeder Gymnasiast könne sich seine Schule aussuchen, warum nicht auch ein Hauptschüler, fragt sie. Für ihre Wahl hat sie auch in Kauf genommen, die Tochter täglich per Auto von Geroldshausen ins nahe Wittighausen auf der anderen "Grenzseite" zu bringen, von wo aus Lucia dann mit dem Bus in die Schule kommt. Dass dieses Problem und auch die Kosten für den Schülertransport, den in Bayern die Kommunen übernehmen, vielleicht bald geregelt sein wird, freut sie besonders. 

Denn ab September werden von den rund 240 Grund- und Hauptschülern in Grünsfeld mehr als 20 aus Bayern kommen, ein Großteil davon aus Kirchheim. Die Mehrheit des Gemeinderats habe sich für die ländliche Schule entschieden, ist auch der dortige Bürgermeister Anton Holzapfel zufrieden mit der Tatsache, dass die Landesgrenze kein Hinderungsgrund mehr für den Hauptschulbesuch ist. Schon länger stand er in Kontakt mit dem Grünsfelder Bürgermeister Alfred Beetz und mit Eltern, die "nur Gutes" von ihren Kindern über die Schule berichtet hätten. "Auch wenn für die Gemeinde der staatliche Zuschuss für die Schülerbeförderung ausbleiben sollte, werden wir diesen Weg gehen", hofft Holzapfel auf eine langfristige Zusammenarbeit zum Wohl der Kinder. 

Grünsfelds Bürgermeister Alfred Beetz und Schulleiterin Mirjam Wülk stimmt diese Nachricht froh, die in "gespannter Erwartung" auf jeden neuen Schüler sind. "Wir haben mehrer Millionen Euro investiert und sind gut aufgestellt", so Beetz. Und auch von Seiten der baden-württembergischen Schulbehörde gebe es keine Differenzierung, wissen beide, da schon in der Vergangenheit "immer mal wieder bayerische Kinder" kamen. Denn durch die gute Zugverbindung sei die Stadt zusammen mit Lauda-Königshofen eine Alternative für die Nachbarorte. 

"Der Übergang klappt gut, auch wegen des guten Kontakts zwischen Schülern und Lehrern", sagt die Rektorin der Ganztagesschule in offener Angebotsform, die zusammen mit den Eltern und ihrem Kollegium beim Hauptschultag in Grünsfeld, aber auch in den Bayerischen Kommunen für den Schulstandort geworben hat. Besonders für die "Neuen" steht das Projekt Teamentwicklung zu Beginn des neuen Schuljahres an, um sie gut in die Klasse integrieren zu können. Dass die Eltern bewusst die ländliche Schule für ihre Sprösslinge bevorzugen, freut sie und hofft auf eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Denn als Schulleiterin will sie, ebenso wie Alfred Beetz, eine Verbesserung der Hauptschule im gesellschaftlichen Ansehen erreichen. "Hauptschule ist keine Sackgasse. Unsere Schüler können was", sagt die Rektorin energisch. Für die Weiterentwicklung der Hauptschule Grünsfeld ist die Kooperation mit den bayerischen Kommunen ein wichtiger Baustein. Für Lucia Paolozzi und ihre Freundinnen aus Kirchheim und Geroldshausen ist es eine Schule, in der sie offen und herzliche empfangen wurde. Und viel Spaß beim Lernen haben.



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  • 05.03.18 Radfahrausbildung Klasse 4a


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